Karneval / Fasching im Portrait

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Es gibt ein Fest, welches sich von den meisten anderen Festen dadurch unterscheidet, dass es zwar zu gleicher Zeit beginnt stattfindet auf endet, es jedoch unterschiedliche Namen dafür gibt:

Fastnacht

Fasching

oder Karneval!

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Auch ist es interessant, dass es sogar eine internationale Bewegung oder Erscheinung ist.

Das Narrenfest, also der Karneval ist seit Jahrhunderten im christlichen Kalender verankert. Eigentlich steckt hinter diesem Brauch, hinter diesem Tun, das religiöse Anliegen, “sich von den oberflächlichen Lustbarkeiten sinnenfrohen Lebens” loszusagen und so die nachfolgende Fastenzeit als Vorbereitungszeit auf Ostern würdig zu begehen.

Wie so manches Andere geht auch der Karneval (griech.: Apokriá = Enthaltung von Fleisch) auf das  Brauchtum der Antike zurück und wurde mehr oder weniger notgedrungen in die christliche Religion integriert. Er endet nach drei Wochen am Rosenmontag. Mit dem Rosenmontag beginnt die “Sarakostí”, also die bis Ostern andauernde Fastenzeit. Das Osterfest stellt das bedeutendste Fest der Griechisch Orthodoxen Kirche dar und wird mit entsprechendem Glanz und feierlichem Zeremoniell begangen.

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Für uns heute ist jedoch viel wichtiger mehr über Narrenprinzen und sein närrisches Regiment zu wissen.

Zum bekanntesten Kennzeichen der Fastnacht oder Karneval gehört es sogenannte Narrenreiche einzurichten. Sie sind wie Staatswesen auf Zeit organisierte Reiche, deren Könige oder Prinzen die jeweiligen Herrscher auf Zeit sind. Zusätzlich gibt es natürlich auch verschiedene andere Figuren wie eine Herrscherin, im Regelfall heute die Karnevals- oder Faschingsprinzessin, oder Herolde, Gardisten und Gardistinnen, Zeremonienmeister, Vögte usw.

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Wie solche Narrenreiche früher organisiert wurden und waren kann man nachlesen, wenn es über das Narrenreich von Dijon ging. Dieses Narrenreich wurde von der „Infanterie Dijonaise“ gebildet, welches unter der Herschafft der „mere folle“ stand. Hier waren Angehörige aller Stände der damaligen Zeit beteiligt. Ob echte Prinzen, Bischhöfe, Soldaten, Kaufleute, Künstler usw. die einfach Spaß an dieser „verkehrte“ Rollenverteilung auf Zeit hatten.

Auch damals, also in der Zeit des 15 & 16 Jahrhunderts gab es bereits die typischen Rollen, Rügegerichte, Bankette und Karnevalsumzüge auf Wagen, wie es sie seit dem 19. Jahrhundert auch wieder in Köln gab.

Die damalige Fastnachtsgesellschaft, stammte aus den sogenannten ersten Bürgern der Stadt. Es gab ein Oberhaupt, welches den Namen „mere folle“ Narrenmutter führte und es gab einen Hofstatt es Narrenreichs, bestehend aus Hofbediensteten, Hofstallmeister, Oberjägermeister, Falkoniere, Gesandten, Kanzler, Justizbeamten, berittene Garden etc.

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Es wurden Gerichtsurteile erlassen und ohne Rücksicht auf Berufung vollstreckt. Allerdings waren die Urteile meist eher der launigen Art, anstatt Wein gab es als Strafe das ausleeren mehrerer Becher Wasser.

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An die Öffentlichkeit ging die Gesellschaft der Narren an den letzten drei Tagen. Dort trugen sie Masken, bunte Kleidung und alles Mögliche in den Narrenfarben Rot, Grün und Gelb, die Narrenkappe mit Schellen und hielten einen Narrenstab.